Schriftsteller im Gespräch: Hannelore Johänning

Über die Autorin

Hannelore Johänning ist 1938 in Berlin geboren. Kriegs-und Nachkriegsjahre waren prägend und bestimmend. Häufiger Wohnortwechsel erforderte Anpassen. Ihre Texte sind Zeugnis oder Echo. Manche haben Gucklöcher, erlauben Sicht auf ihre Vita. Seit 1977 ist sie verwurzelt. Die Heimat heißt nun Soest. Sie genießt die Nähe ihrer Söhne und deren Familien.

 

 

Fragen an die Schrifstellerin: 

                                                             

1. Warum schreiben Sie?

 Seit ich lesen kann, liebe ich Buchstaben. Sie sind beliebig gefügig. Bleiben Zauberlinge. Mit Buchstaben malen ist sehr kreativ. Beim Schreiben malt der Autor Bilder, die für den Leser nicht dieselben sein müssen. Aber der Autor ist Impulsgeber für die Bilder, die der Leser beim Lesen sieht oder eben eins zu eins übernimmt. Nicht selten wird der Autor von seiner eigenen Geschichte überrascht. Eigenwillig entwickelt sie sich oft während des Schreibens. Fast fertige Kopf-Geschichten passieren aber auch.

 

2. Worüber schreiben Sie am liebsten?

Ich liebe kurze! Geschichten. Und der Mensch ist für mich in seiner vielfältigen Art ein idealer Protagonist. Nicht immer ist er Selbstauslöser aber doch oft ursächlich an Geschehnissen beteiligt. Ihn in seinem Reagieren und Verhalten, seinem Tun und Handeln zu beobachten, reizt. Auch Alltägliches lohnt, beachtet und bedacht zu werden. Ist, obgleich scheinbar unspektakulär, doch oder gerade deshalb schreibwürdig. Situationskomik sowie Tragisch-Komisches bieten ebenfalls willkommene Anreize.

             

3. Welche literarischen Ausdrucksformen bevorzugen Sie und warum?

Die Ausdrucksform ergibt sich oft erst beim Schreiben, ist abhängig vom Sujet. Die Ich-Form lässt Anklage, Kritik und Tadel zu. Gestattet gleichzeitig dem Leser Distanz. (Er ist nicht gemeint). Bietet dem Autor also viel Schreib-Freiraum. Die Nach- oder Rücksicht erlaubt Kommentar, Interpretation und Reflexion. Schreiben im Präsens schafft Nähe zu Geschehen und agierenden Protagonisten, kann beim Leser vielleicht ein Mittendrin und/oder aktive Teilnahme suggerieren statt emotionsloses Lesen.

 

4. Haben Sie literarischen Vorbilder?

 Nein! Ich lese und lerne täglich! Ich kopiere nicht! Schreibe nicht ab. Finde beim Lesen durchaus Anregungen und spontan brauchbare Hilfswörter. Auch Leerbücher sind mir Lehrbücher!

  

5. Arbeiten Sie im Moment an neuen Texten?

 Ja!

 

Veröffentlichungen:

Hannelore Jöhänning – Das Echo im Wort

ISBN 978-3945692-17-2

Erschienen 2019 bei Pigmentar GmbH / Bereich Verlag

Leseprobe H. Johänning – Das Echo im Wort …

 

Hannelore Jöhänning – Spiegel-Schrift

ISBN 978-3945692-43-1

Erschienen 2022 bei Pigmentar GmbH / Bereich Verlag

Leseprobe H. Johänning – Spiegel-Schrift …